Von Cusco sind wir nachts über Puno am Titicacasee nach Bolivien gefahren und haben je eine Nacht in Copacabana und La Paz verbracht. Im Schnelldurchlauf haben wir unterwegs die Isla del Sol besichtigt, den Cerro Calvario bestiegen und sind in La Paz mit der Teleférico (Gondel) über die Stadt geschwebt. Wiederum über Nacht ging es dann nach Uyuni, dem Ausgangspunkt unserer 3-tägigen Tour in die größte Salzpfanne der Erde und den südlich angrenzenden Nationalpark.
Salar de Uyuni
Erreichbar ist die Salzpfanne nur mit offiziellen Guides, da man sich in der 11000 Quadratkilometer Landschaft schnell verlieren würde. Unsere Gruppe bestand aus zwei Geländewägen mit jeweils 6 Personen und wir teilten unser Auto mit drei jungen Australiern und einem Israeli. Noch bevor wir die riesige schneeweiße Ebene erreichten, hielten wir beim Eisenbahnfriedhof an. Dort konnte man auf den alten, rostigen Zügen herumklettern, die einst zum Salztransport innerhalb Boliviens verwendet wurden.

Der nächste Stopp war am Eingang zur Salzpfanne. Hier haben wir das erste Mal die Weite der Ebene gesehen und zu Mittag Alpakafleisch gegessen (laut Anna schmeckt es wie Rind, ich kann das nicht beurteilen, weil ich noch nie Rind gegessen habe). Weiter ging es, weg von den Touristenmassen, in die endlose Weite. Hier hatten wir dann Zeit, unsere Kreativität bei Perspektivfotos auszulassen und verschiedene Ideen umzusetzen.


Wir hatten Glück, dass wir zur Regenzeit in der Salar waren, da ein Teil der Pfanne sich zu einem Salzsee verwandelt hat, in dem schöne Spiegelungen entstanden sind und man auch bei Fotos mit dieser Reflexion spielen konnte.

Mitten aus der Fläche ragen ab und zu Inseln, von denen wir auf eine hochgewandert sind. Die Isla Incahuasi ist einerseits durch die vielen Kakteen, von denen sie bewachsen ist, besonders, verschafft aber auch einen endlosen Ausblick bis zum Horizont.

Bevor wir die Salzpfanne verlassen haben und zu unserer Unterkunft, einem Hotel aus Salz, gefahren sind, haben wir den Sonnenuntergang abgewartet. Die Landschaft wirkte im Abendlicht (und durch die fallenden Temperaturen) auf mich, als wären wir auf einer Arktisexpedition.

Am zweiten Tag sind wir weiter südlich durch die Landschaft gefahren und haben verschiedene Stopps an Steinlandschaften, Lagunen und Vulkanen gemacht. Hier konnten wir einerseits die verschiedenen Farben des Wassers durch Algen und Mineralien sehen, zusätzlich aber auch Alpakas und Vicuñas, sowie Flamingos und andere Vögel beobachten.


Einen weiteren Halt haben wir bei Schwefelgeysiren gemacht, deren Dampf aus der Erde teilweise ziemlich heiß sein kann und so riecht, wie Schwefel es eben tut. Trotzdem haben wir uns nicht entgehen lassen, durch die warme Wolke zu laufen und dabei viele Fotos zu machen.

Gegen Abend sind wir in unser einfaches Hostel eingekehrt, um nach dem Abendessen noch in den Hot Springs (natürliche heiße Quellen) zu baden und die Sterne anzuschauen. Während die Außentemperatur um den Gefrierpunkt lag, war die natürliche Wassertemperatur der heißen Quellen bei angenehmen 40°C, was dem Ganzen etwas sehr besonderes verliehen hat.
Am nächsten Morgen sind wir bei Minusgraden aufgebrochen. Nach weiteren Aussichtspunkten in der Wüste war die Tour auch schon zu Ende und wir wurden vormittags an der chilenischen Grenze in einen Bus gesetzt, der und nach San Pedro gebracht hat. Die Salzebene, eine weltweit einzigartige Landschaft, war definitiv ein Highlight der Reise und auch den Weg in den Süden wert.

San Pedro de Atacama
Nach langen Grenzkontrollen wurden wir im kleinen San Pedro in der Wüste bei Temperaturen um die 40°C abgesetzt. Nachdem wir im Hostel eingecheckt und uns einen Überblick verschafft hatten, zogen wir los, um Fahrräder auszuleihen und ins Valle de la Luna (Mondtal) zu fahren. Satz mit X, wir waren (um 13 Uhr mittags) wohl schon zu spät dran und der Eintritt wurde nurnoch mit geführten Touren gewährt. Da wir nur eine Nacht in San Pedro hatten und für den nächsten Tag schon etwas anderes geplant war, mussten wir das für den dreifachen Preis schließlich in Kauf nehmen, um überhaupt noch einen Einblick zu bekommen. Nachdem unsere bereits gebuchte Tour dann auch noch abgesagt wurde und wir plötzlich eine kürzere Tour zum gleichen Preis machen mussten, waren wir etwas enttäuscht und schlecht gelaunt. Dennoch hat es sich auf jeden Fall gelohnt, weil wir von oben von der Düne einen super Ausblick hatten.

Heute sind wir wieder sehr früh gestartet, um zu den El Tatio Geysiren zu fahren. Angekommen sind wir dort ebenfalls bei Minusgraden, aber sobald die Sonne kam, hat sich alles etwas aufgewärmt. Beeindruckend ist, dass Wüste und schneebedeckte Bergspitzen so nah aneinander liegen. Die Geysire waren nicht so schweflig wie die, die wir in Bolivien gesehen haben, sondern einfach nur aufsteigender Wasserdampf, da auf der Höhe von 4320m der Siedepunkt bereits bei 85°C liegt. Damit ist das El Tatio Geysirfeld das am zweithöchsten gelegene weltweit. Gleichzeitig befinden sich dort weitere Thermalquellen und ein Pool zum Baden, den wir aber nicht genutzt haben.

Unsere Reise neigt sich schon dem Ende zu, denn heute Abend fahren wir nach Arica weiter. Die restlichen Tage werden wir hauptsächlich am Strand verbringen, uns eventuell am Surfen versuchen und noch einen Ausflug in den Lauca Nationalpark machen. Für mich geht es danach (von Lima aus) mit dem Zwischenseminar in Chincha weiter und Anna beendet ihre Reise mit ein paar Tagen in Equador und einem Zwischenstopp auf dem Heimweg in New York. Dadurch, dass wir in den letzten zwei Wochen so viel gesehen und riesige Strecken zurückgelegt haben, kam mir die Zeit ewig vor, ist durch das ständige Weiterziehen und Entdecken aber auch erstaunlich schnell vergangen. Vor mir habe ich, bevor ich ins Kinderdorf zurückkehre, trotzdem noch weitere 10 Tage, die sicherlich ebenso schnell vergehen werden.























