Im Großen und Ganzen kann man hier alles als „normal“ bezeichnen – sind ja schließlich auch einfach Menschen wie wir (und Tiere), die hier leben:) Dass wir nicht in Deutschland sind merkt man eigentlich hauptsächlich an der Sprache, dem Klima und der Landschaft.
Jeden Morgen um 6:40 Uhr beginnt also mein Arbeitstag im Haus. Schuluniformen müssen gesucht und angezogen und die Haare gekämmt und geflochten werden. Zum Frühstück, das jeder isst, wann er eben fertig ist, bekommt jeder eine Tasse Milch (die hier aber nicht mit natürlicher Kuhmilch verglichen werden kann) und zwei Brötchen aus der dorfeigenen Backstube. Trotz Zeitnot wird sogar morgens das ganze Haus noch gründlich geputzt. Sobald dann auch die Zähne geputzt sind, geht es in die Schule bzw. den Kindergarten. Diejenigen, die schon auf der weiterführenden Schule sind, verlassen das Haus immer recht pünktlich und zur selben Zeit, aber die Jüngeren gehen eben dann, wenn sie fertig gerichtet sind. Wann der Unterricht in der Grundschule, die sich am Gelände des Kinderdorfes befindet, offiziell beginnt und ob es überhaupt eine genaue Uhrzeit gibt, habe ich noch nicht herausgefunden.
Sobald die Kinder aus dem Haus sind begebe ich mich an meine nächsten Aufgaben. Neben der Einzelarbeit mit einigen Kindern helfen Emma und ich beim Musikunterricht und übernehmen auch den Englischunterricht, momentan bei allen Altersgruppen von 3 bis 12 Jahren. Ansonsten helfen wir bei Handarbeiten, wo Bänder geflochten und Taschen bemalt werden, die anschließend verkauft werden.

Mein aktueller Stundenplan
Auch jeder der Erwachsenen hat seine Aufgaben. Von Tiere pflegen über Kochen und Handarbeiten bis hin zu Unterrichten ist dadurch alles abgedeckt.
Gegen 12:30 Uhr kommen die ersten Kinder aus der Schule. Aus der Großküche holt man das Mittagessen, das dann in allen Häusern verteilt wird. Auf eine gemeinsame Mahlzeit wird hier kein Wert gelegt, denn jeder setzt sich dann an den Tisch, wenn es gerade passt. Ich bin mittags auch im Haus und kümmere mich darum, dass alle ihre Uniformen ausziehen und auch essen.
Auch für den Nachmittag ist Programm geplant, denn wenn kein Unterricht ansteht müssen entweder Hausaufgaben gemacht werden oder jedes Kind hat eine Pflicht, die erfüllt werden muss.
Jeden Abend vor dem Essen (gegen 18:30 Uhr) duschen alle und ziehen ihre Schlafanzüge an. Das, was vom Mittagessen übrig ist, wird erwärmt und leergegessen. Das ganze Haus wird anschließend erneut gefegt und gewischt, Zähne werden geputzt, ein bisschen gespielt und gesungen. Bevor ich in unsere eigene Wohnung zurückkehre singe ich noch ein deutsches (Schlaf-)Lied. La-Le-Lu kennen die Kinder beispielsweise schon von vorherigen Freiwilligen. An anderen Tagen hören wir aber auch einfach Musik vom Handy.
Bis ich in unser eigenes Haus komme ist es mindestens 20:00 Uhr und wir sind beide relativ müde. Ob das vom anstrengenden Tag, der Dunkelheit oder noch vom Jetlag kommt, können wir nicht sagen, jedenfalls legen wir uns nach einem kleinen Snack (z.B. Obst) und dem Tagebuchschreiben auch ins Bett, wo uns die Augen direkt zufallen – schließlich klingelt der Wecker am nächsten Morgen ja auch schon um 6:20 Uhr.



















