Cañón de Colca

Bereits nachts um drei Uhr wurden wir von unserem Hostel in Arequipa abgeholt, um die Tour zum Colca-Canyon anzutreten. Nach etwa drei Stunden Fahrt waren wir in Chivay, wo wir Frühstück bekommen haben und sind anschließend noch eine knappe Stunde zum Cruz del Cóndor gefahren. Dort konnten wir das erste Mal so richtig die Dimensionen der dritttiefsten Schlucht weltweit sehen und auch Kondore, die zweitgrößten Vögel der Welt, beobachten.

Blick in den Colca-Canyon

Ein kleines Stück weiter sind wir dann in den Trek gestartet, der von 3400 Metern vom Rand des Canyons 1200 Höhenmeter abwärts zum Fluss führte.

Unsere Wandergruppe mit Guide

Auf der anderen Seite des Wassers ging es dann nach dem Mittagessen im grün bewachsenen Tal weiter. Der Pfad führte zunächst kurz aufwärts, um anschließend wieder an Höhe zu verlieren und danach wieder anzusteigen und so weiter…

Angekommen am Fluss Colca

Am späten Nachmittag war schließlich die Oase in Sicht, in der wir die Nacht in rustikalen kleinen Hütten, ausgestattet lediglich mit zwei Betten, verbracht haben. Schön war die Lodge allemal, da sie tolle Aussicht und sogar einen Pool geboten hat, um sich nach der Wanderung zu erfrischen oder einfach nur den Staub abzuwaschen.

Oase Sangalle im Tal

Der Anstieg am nächsten morgen, um wieder zum Rand des Canyons zu kommen, Betrug 1200 Höhenmeter. Noch im Dunkeln sind wir um 4:30 Uhr mit Taschenlampen gestartet, um vor der Hitze des Tages oben anzukommen. In weniger als den angesagten drei Stunden konnten wir das Ziel erreichen und unser wohlverdiente Frühstück einnehmen.

Mit dem Bus ging es dann zurück in Richtung Chivay. Unterwegs haben wir weitere Stopps eingelegt, um Fotos der umliegenden Vulkane zu machen, Alpakas zu beobachten und die Muskeln in Thermalquellen zu entspannen.

Alpakas im Nationalpark

Anschließend sind wir in einen anderen Bus umgestiegen, um direkt weiter nach Puno am Titicacasee zu reisen. Auch auf dieser Strecke gab es noch viel zu sehen, beispielsweise die Lagunillas und ihre Flamingos auf über 4400m, in denen die Wassertemperatur im Winter auf -18°C fällt und der See gefriert.

Lagunillas

Abends um sieben sind wir dann, erschöpft vom Schlafentzug und mit von der Wanderung schmerzenden Beinen, in Puno angekommen.

Arequipa

Inzwischen sind wir an unserem südlichsten Punkt der Reise angekommen. Die Stadt Arequipa auf 2335m hat uns mit Sonnenschein begrüßt, so dass die weißen Gebäude der Kolonialzeit, gebaut aus Vulkangestein, gestrahlt haben.

Basílica am Plaza de Armas

Der Beiname „weiße Stadt“ kommt jedoch wahrscheinlich nicht von der Farbe der Bauten, sondern führt auf den höchsten europäischen Bevölkerungsanteil in der peruanischen Stadt zurück. Der durch die Kolonialisten einhergehende Reichtum schlägt sich in gepflasterten Straßen und gut erhaltenen Innenhöfen mit Dachterassen nieder. Das Spazieren durch das gesamte Zentrum, welches sehr sauber ist und die Häuser am Straßenrand gut erhaltenen und gepflegt sind, hat uns daher besser gefallen, als in den vorherigen Städten.

Stimmungsvoller Freitagabend im Zentrum

Bei einer Free Walking Tour hat unser Guide uns einiges über die Stadt und ihre Geschichte erzählt. In der einst von Indigenen bewohnten Region Arequipa haben die ankommenden Spanier, unterteilt in verschiedene Mönchsorden, diese Stadt gegründet. Diese wurde durch die pompösen Bauten und die Lage am Fuß von drei Vulkanen als UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Im Hintergrund der Vulkan Chachani (6057m)

Um die Einheimischen zu missionieren, wurden Elemente derer Kultur von Mönchsorden beim Kirchenbau in den Katholizismus (Fassaden und Gemälde) integriert. Beispielsweise wurde das typische Gericht Cuy (Meerschweinchen) mit Mais und Chilischoten auf einem Gemälde des letzten Abendmahls in der Kirche der Jesuiten abgebildet, was für mich wie ein schlechter Witz wirkte, aber anscheinend zur Bekehrung funktioniert hat.

Iglesia de la Recoleta

Neben den vielen Kirchen ist vor allem das Kloster Santa Catalina bekannt, das 1579 gegründet wurde. Die zur damaligen Zeit dort lebenden Nonnen waren alle Töchter reicher Familien, die ins Kloster geschickt wurden, um diese von ihren Sünden reinzuwaschen.

Kirche des Klosters Santa Catalina

Da die Nonnen nach strengen Vorschriften lebten, die ihnen untersagt haben, jemals die Mauren zu verlassen, wurde das Kloster selbst wie eine Stadt erbaut, die aus 80 Häusern bestand. Zur Hochzeit lebten 150 Nonnen und die doppelte Anzahl an Bediensteten innerhalb der Mauern. Seit 1970 sind die malerischen Gassen und ehemaligen Wohnräume für die Öffentlichkeit zugänglich – seitdem leben die Nonnen, deren Anzahl sich auf nur 15 reduziert hat, in neueren Gebäuden nebenan.

Zwischen den bunten Häusern des Klosters Santa Catalina

Ein Erlebnis anderer Art war der Besuch im Museum Mundo del Alpaka, in dem die Produktion von Kleidung aus Edelfasern Schritt für Schritt vom der Reinigung der Wolle über das Spinnen der Fäden bis zum Weben der Stoffe erklärt wurde.

Lamawolle vor der Verarbeitung

Highlight der Ausstellung waren die lebendigen Alpakas und Lamas, zu denen man sogar ins Gehege gehen und sie füttern durfte.

Alpakas füttern

Wie in jeder Stadt hier gibt es auch in Arequipa einen (bzw. mehrere) Markthallen, in denen man an den vielen kleinen Ständen alle möglichen Produkte kaufen kann.

Mercado el Camilo

Besonders schön bunt waren die Obststände, an denen die Waren ordentlich sortiert angeboten wurden.

Jede Menge bunte Obstsorten

Ica und Nazca an einem Tag

Weiter ging die Reise in den Süden nach Ica, gut vier Stunden mit dem Bus von Lima. Bei Ankunft um halb neun am Abend war noch überall viel Leben auf den Straßen.

Viel Verkehr tagsüber (Tuktuks/ Motos)

Huacachina

Direkt neben der Stadt befindet sich die Wüstenoase Huacachina, in die wir mit einem Tuktuk (Moto) gefahren sind. Leckeres Frühstück mit frischem Obst vom Markt konnten wir morgens an der Lagune genießen, bevor das kleine Dorf richtig aufgewacht ist.

Laguna de Huacachina

Im Anschluss daran sind wir auf eine anliegende Düne gewandert, was durch den abrutschenden Sand und die Hitze der Sonne eine echte Anstrengung war.

Wandern auf den Dünen

Für die Aussicht hat es sich gelohnt, wobei leider einiges an Verpackungsmüll herumlag. Die Nähe zur Stadt und weiteren Siedlungen hat sich dadurch und durch den Lärm leider etwas bemerkbar gemacht…

Blick auf die Oase

Nazca

Da wir bereits vormittags aus der Oase nach Ica zurückgekehrt sind, haben wir den nächstmöglichen Bus nach Nazca genommen. Dort angekommen wurden wir direkt von einem Tourguide bequatscht, sofort mit ihm zum Flugplatz zu fahren und den letzten Rundflug des Tages über die Nazcalinien zu machen.

Mit dem Kleinflugzeug über die Nazcalinien

Der Flieger hatte Platz für sechs Touris, den Sitzplätzen nach Körpergewicht zugeordnet, sowie Piloten und Guide. Eine gute halbe Stunde hat uns der Pilot durch Kurven und Schleifen die bestmögliche Sicht auf die Figuren ermöglicht, was Kopf und Magen ziemlich durcheinander gebracht hat.

Astronaut

Aus der Luft wirken die Nazcalinien bzw. einzelnen Formen eher wie kleine Skizzen, obwohl sie zwischen 50 und mehreren hundert Meter groß sind. Besonders macht den Ort hauptsächlich, dass diese Figuren um die 2000 Jahre alt sind und nicht klar ist, welche Bedeutung oder Funktion sie hatten…

Hummingbird

Besuch im Kinderdorf

Ausschlaggebend für die Reise war unter anderem, dass ich meinen Freiwilligendienst 2020 durch die Pandemie verfrüht abbrechen musste. Damals war der Abschied sehr abrupt und auch Reisepläne musste ich absagen. Zurück in Südamerika und Peru habe ich nun die Möglichkeit genutzt, vieles davon nachzuholen und bin für eine Nacht mit meiner Mutter ins Projekt nach Cieneguilla gefahren, um die Leute zu besuchen.

Eingangstor, das ehemaligen Freiwilligen immer gerne geöffnet wird

Beim Betreten dieses Orts, der für acht Monate mein Zuhause war, war ich sehr gespannt: wie werden mich die Leute begrüßen und werden die Kleineren mich überhaupt noch erkennen? Schnell sind diese Sorgen jedoch verflogen, als die ersten Kinder mich entdeckt haben und schreiend zu mir liefen, um mich in die Arme zu nehmen. Direkt wurden meine Mutter und ich von beiden Seiten an die Hand genommen und durch das gesamte Kinderdorf gezerrt, um allen Hallo zu sagen.

Mit Michel und Luciana

Ich war erstaunt und berührt, dass sogar die beim Abschied erst vier Jahre alten Kinder sich an mich und meinen Namen erinnert haben. Vor allem bei diesen war auffällig, wie sehr sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren gewachsen sind und sich verändert haben. Trotzdem konnte ich jedem Gesicht stolz den passenden Namen zuordnen!

Luciana, die inzwischen in die erste Klasse geht

Kaum zu glauben war die Entwicklung der beiden Babys, die erst 2019 geboren wurden und inzwischen fröhlich auf eigene Faust durchs Kinderdorf rennen und die Gegend erkunden.

Miguel und Damaris, die meine Mutter voll in Anspruch genommen haben

Die Grundschule hat jetzt bis zum sechsten Schuljahr jeweils eine Klasse, in die weiterhin auch Kinder von außerhalb kommen dürfen. Als ich noch Freiwillige dort war, waren die Drittklässler:innen der älteste Jahrgang hier und die höheren Jahrgänge musste eine Schule außerhalb besuchen.

Gemeinsamer Start in den Tag vor Schulbeginn

Im Haus, dem ich zugeteilt war, hat sich die Zusammensetzung der Kinder nicht allzu stark geändert, so dass ich mich dort auch jetzt sofort sehr wohl gefühlt habe. Ich konnte dadurch bei den gleichen Dingen wie damals, zum Beispiel Zähneputzen, Duschen, Zöpfe flechten und Essen Unterstützung anbieten und dabei Zeit mit allen verbringen. Ich habe den kurzen Besuch sehr genossen und mich über die herzliche Art gefreut, mit der ich empfangen wurde!

Vertraute Aussicht vom Dach des Freiwilligenhauses

Lima

Elf weitere Stunden haben wir mit dem Bus von Trujillo in den Süden zurückgelegt, so dass wir nach der Reise morgens in Lima aufgewacht sind. Direkt haben wir unser Gepäck im Hostel abgelegt und sind zu Fuß in die Zehnmillionenstadt losgezogen.

Miraflores

diesiger Morgen an der Steilküste Limas

Das Touriviertel schlechthin hat einen Blick entlang der Steilküste und viele Parks zu bieten, die die Leute zum Spazieren gehen und Sport treiben anregen. Hier findet man außerdem etliche Geschäfte, die dieselben Marken wie in Nordamerika und Europa anbieten und schicke Restaurants mit teilweise entsprechend hohen Preisen.

Parque del Amor

Leider merkt man auch direkt, dass dieser Stadtteil der ärmeren Bevölkerung vorenthalten bleibt, da das Angebot und Preisniveau sich deutlich vom restlichen Stadtgebiet abheben. Das Klientel setzt sich hauptsächlich aus der Oberschicht der Peruaner, Einwanderern und Touris zusammen.

Kunst und Souvenirs auf dem Inkamarkt

Auch wir haben an unserem letzten Abend zu dritt eine Restobar beim zentral gelegenen Parque Kennedy aufgesucht und einen Pisco zum Abschluss getrunken.

Anstoßen mit Pisco (Maracuyá Sour) am letzten gemeinsamen Abend

Barranco

Südlich von Miraflores befindet sich, ebenfalls direkt am Meer, das als Künstlerviertel bekannte Barranco.

Puente de los Suspiros (Seufzerbrücke)

An den Fassaden einiger Häuser kann man Graffitis und Malereien bewundern, die mich an die Comuna 13 (nur ohne geschichtliche Relevanz) in Medellín erinnert haben.

Kunst in Barranco

Auch Barranco gehört zu den durch die Oberschicht dominierten Teilen Limas. Einen Teil des breiten Angebots an Bars und Clubs hatten wir während des Freiwilligendienstes bereits erprobt und sind nun tagsüber am der Straße des Nachtlebens vorbeigekommen um festzustellen, dass das „Bierhaus“ am Vortag durch die Behörden geschlossen wurde…

„Bierhaus“ Lima

Centro Histórico

Natürlich hat auch Lima einen Bereich, der während der Kolonialzeit im typischen Stil der Spanier erbaut wurde. Am Plaza Mayor und in den umliegenden Straßen befinden sich bis heute gut erhaltene Bauten dieser Zeit, die von der Regierung und Verwaltung genutzt werden oder zu Museen, Hotels und Banken umfunktioniert wurden.

Plaza Mayor

Auch zum Shoppen laden die Straßen ein, die sauber und ordentlich gepflegt sind. Wuseliger wird es erst beim Überqueren einer Straße ins angrenzende Chinatown, in dem die kleinen Läden am Straßenrand alle möglichen Dinge von Deko bis Elektroschrott verkaufen, Restaurants zum Speisen einladen und bei Straßenständen oder aus einfachen Eimern und Einkaufswägen verschiedene Snacks und Mittagsgerichte angeboten werden.

Sonstiges

Wir haben unserem ehemaligen FSJ-Mentor und seiner Haushälterin mit ihrem Sohn einen Besuch zum Mittagessen abgestattet, um uns über die seit der Abreise 2020 vergangenen Zeit auszutauschen. Die Wegstrecke zwischen den unterschiedlichen Orten sind in Lima unglaublich lang und durch den Verkehr besonders zeitintensiv.

Mittagessen bei Jürgen, Rosita und Santiago

Trujillo

Nach einer weiteren sechsstündigen Nachtfahrt sind wir in der Früh um 4 Uhr in Trujillo angekommen, wo wir im Hostel problemlos sofort Betten bekommen haben. Die drittgrößte Stadt Stadt Perus wurde für ihr Zentrum aus der Kolonialzeit als UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Dreh und Angelpunkt ist auch hier der Plaza de Armas, der mit seinem versiegelten Boden leider etwas karg auf und gewirkt hat. Blickfang waren daher eher die Gebäude um den Platz herum mit ihren intensiven Pastellfarben und schönen Balkonen, die sich ebenfalls die Fußgängerzone entlang erstrecken.

Plaza de Armas

Besser gefallen hat uns der Teil der Stadt, in dem man kommt, sobald man die Altstadt ein wenig verlässt. In diesen Straßen haben wir dicht aneinandergereihte Läden und Stände vorgefunden, in denen je nach Sektor hauptsächlich Kleidung und Elektronik verkauft wurden. Etwas weiter sind wir in die Markthallen des Mercado Mayorista gekommen, wo auch Grundnahrungsmittel, Fleischwaren, Obst, Gemüse und zubereitete Mittagsmenüs zu günstigen Preisen angeboten wurden.

Obst- und Gemüsestände in den Straßen des Mercado Mayorista

Zwischen Verkäufer:innen und ihren Waren haben sich viele Kunden umgesehen, Schwätzchen gehalten und ihre Einkäufe erledigt. Solche Szenen des bunten Treiben abseits des klassischen Tourismus faszinieren mich besonders. Interessant ist außerdem das breite Angebot an Fleisch, da das gesamte Tier wortwörtlich von Kopf bis Fuß angeboten wurde.

Fleischangebot von Ziegenkopf über Rinderhoden bis Schweine- und Hühnerfuß
Stolzer Verkäufer, der uns von seinen „Leckereien“ erzählt hat

Ein weiterer Markt in einem nochmal ärmeren Stadtteil, auf dem das Erscheinen von Touris eine große Ausnahme ist, ist der Mercado Hermelinda. Unsere Anwesenheit wurde mit einem erstaunen „ohh, gringitas“ kommentiert, was eine Verniedlichung für europäisch aussehende Personen ist. Hier gab es eine Menge Bananen zu erwerben und Karotten zum Kilopreis von umgerechnet ca. 18 Cent.

Ein Stand (von sehr vielen) auf dem Mercado Hermelinda mit ausschließlich Bananen, die sich sogar auf einer weiteren Ebene darüber stapelten

Angetroffen haben wir an mehreren Orten in der Stadt Impfteams (teils an festen Standorten mit kleinem Zelt, teils als Fußtrupp mit Spritzen in Eimern), die kostenlos Modernadosen an alle Impfwilligen (nicht nur Nationalbürger:innen) verteilt haben. Die vierte Spritze, die in Peru bereits ab Volljährigkeit empfohlen ist, haben wir uns dennoch dankend abgelehnt:)

Museen in Trujillo

Wir haben unser Glück in einem weiteren peruanischen Museum, dem Museo de Arqueología, versucht, welches uns positiv überrascht hat. In den Sälen wurden die Entwicklung und Übergänge ersten Menschen 10 000 v. Chr. zu den Kulturen Moche (ab 100 n. Chr.) über Chimú (ab 900 n. Chr.) und Inka (ab 1450 n. Chr.) bis zur spanischen Eroberung (1533 n. Chr.) übersichtlich und ansprechend zusammengefasst.

Das kostenlose Museum de la Identidad ist in einem prachtvollen Kolonialgebäude direkt am Plaza de Armas beherbergt. Die unterschiedlichen Ausstellungen darin über Marineratanz und Künste waren jedoch nicht das, was wir erwartet hatten und uns interessierte.

Innenhof des Museo de la Identidad

Huaca de la Luna y del Sol

Die Gegend außerhalb Trujillos, welches erst bei Eroberung der Kolonialisten 1534 gegründet wurde, war schon lange vorher besiedelt. So gibt es ein Moche-Dorf mit Mond- und Sonnenpyramide, deren Ruinen wir besichtigt haben.

Huaca de la Luna

Innerhalb der Zeit von 100 bis 900 n. Chr. haben die Moche einen Tempel (Mondpyramide) errichtet, der kontinuierlich vergrößert wurde und dabei die älteren Mauern und Räume teilweise einfach über- und zugebaut wurden. Davon ausgegraben wurden Reliefs an der siebenstöckicken Außenwand der Mondpyramide und einige Ebenen im Inneren.

Riesige Wandreliefs des Mondtempels

Erfahren haben wir bei der Führung, dass diese riesige heilige Stätte ausschließlich für Zeremonien genutzt wurde, wie die Menschenopfer der Moche… Bewohnt war nur das Dorf und die auf der anderen Seite liegende Sonnenpyramide zu Administrationszwecken.

Innenräume mit Reliefs eines wichtigen Gottes

Chan Chan

Zwischen Trujillo und der Küste haben die Chimú von 900 n. Chr. bis 1500 n. Chr. Die größte Stadt der damaligen Zeit errichtet, die Herberge für 100 000 Menschen war. Überreste der Häuser und Paläste erstrecken sich bis heute auf einem Gebiet von knapp 20 Quadratkilometern, von denen bisher nur ein winziger Teil durch Archäologen erforscht wurde. Freigelegt und für Touris eröffnet wurde der Palast Nik An. Innerhalb seiner acht Meter hohen Mauern sind ein öffentlicher Platz, Verwaltungszimmer, Speicherräume und eine Opferstätte. An vielen Wänden wurden Reliefs gefunden, wobei nur etwas mehr als die Hälfte davon original aus der Chimú-Zeit ist und der Rest nachgebildet wurde.

Verwaltungsräume im Palast Nik An

Huanchaco

Einen Mittag sind wir in den Küstenort Huanchaco gefahren, der für seine Fischer und Surfer bekannt ist. Zufällig war dort ein Surfwettkampf, so dass wir uns am Strand niedergelassen und zugesehen haben. Bei eher bedeckem Wetter und unregelmäßig brechend Wellen waren wir froh darüber, dass Surfen bereits in Máncora abgehakt zu haben und nun nur Zuschauerinnen am Ufer zu sein.

Typisch für das Fischer- (und Touri-)Dorf sind außerdem die „Caballitos de Totora“, Boote hergestellt aus Schilf, wie sie bereits von den Chimú hergestellt wurden. Bis heute sind diese ein übliches Mittel, um zum frischen aufs Meer zu gelangen und hübschen am Strand die Aussicht auf.

Caballitos de Totora

Trotz oder gerade durch die Wolken ist die Sonne mit einem besonderen Farbspiel hinter dem Horizont über dem Meer untergegangen, was den Tag schön abgerundet hat.

Abendrot in Huanchaco
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