Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten

Cajamarca

Ohne eine Nacht in Chiclayo verbracht zu haben, sind wir abends um 22 Uhr mit dem nächsten Nachtbus nach Cajamarca ins Hochland gereist. Nach Ankunft um 4 Uhr morgens konnten wir glücklicherweise bereits im Hostel einchecken, so dass wir uns noch etwas ausruhen konnten.

Centro

Cajamarca bietet einen schönen Stadtkern kombiniert aus Bauten der Cajamarcakultur, Kirchen des Barocks und Gebäuden der Kolonialzeit.

Auf dem Cerro Santa Apolonia (von oben sieht man hier in allen Städten dieselben unverputzeten Häuser)

Besichtigt haben wir das Cuarto (Zimmer) del Rescate, die einzigen Überresten der Inka in Cajamarca. In diesen Mauern, deren Steine schon damals haargenau aufeinanderpassend gestapelt wurden, wurde der Inka-Herrscher 1533 nach Eroberung durch die Spanier unter Pizarro hingerichtet.

Cuarto del Rescate aus der Inkazeit

Die beiden im Ticket inkludierten Museen haben uns leider weniger zugesagt. Deren Inhalte beschrieben zum einen die Ausgrabungen durch die Japaner in Peru, deren Exponate weitere Gefäße und Schmuck aus Grabstätten verschiedener Kulturen waren, wie wir sie bereits gesehen haben. Zudem waren die Informationen für unser Empfinden auch hier sehr ungeordnet. Als wir schließlich in einen Raum mit Karnevalskostümen der heutigen Zeit gelangt sind, haben wir das Museum im Schnelldurchlauf beendet und nur noch einen Blick in eine barocke Kirche geworfen.

Iglesia Belén

Abseits des klassischen Tourismus haben wir trubelige Seitenstraßen gefunden, in denen überall auf Planen Obst und Gemüse angeboten wurden. Hier haben sich unglaublich viele Einheimischen versammelt und ihre Einkäufe erledigt. In einem Teil war auch ein Fleischmarkt, der durch die fehlende Kühlung und die späte Tageszeit jedoch auf Grund seines Geruchs nicht mehr sehr ansprechen war. Trotzdem hat uns dieser Teil der Stadt besonders gefallen, da er so authentisch war (und außerdem alles viel günstiger, als in Supermärkten und den kleinen Läden).

Ventanillas de Otuzco

Mit einem Kleinbus sind wir 45 min aus Cajamarca hinausgefahren, um eine Wand mit Grabkammern, hineingeschlagen in Vulkangestein, anzusehen. Diese wurden 1000 v. Chr. erbaut und über 2000 Jahre durch verschiedene Kulturen genutzt. Der Ort hat uns nicht besonders umgehauen und war etwas kleiner als erwartet, aber trotzdem sehenswert.

Ventanillas de Otuzco

Cumbe Mayo

Einen weiteren Ausflug haben wir zu einer heiligen Stätte der Kultur Caxamarca (vor Eroberung durch die Inka) gemacht. Nachdem wir eine dreiviertel Stunde vergeblich auf den Bus gewartet haben, zu dem wir uns durchgefragt hatten, haben wir uns schließlich doch dazu entschieden, eine geführte Tour zu nehmen, in die uns ein Ladenbesitzer vor Ort noch kurzfristig einschleusen konnte.

Mit dem Touribus voller peruanischer Großfamilien sind wir neun Kilometer bergauf von 2700 auf 3500 Höhenmeter gefahren, was durch die Straßenverhältnisse eine ganze Stunde gedauert hat. Der Aufforderung des Guides, nicht zu schlafen und die Aussicht zu genießen, habe ich mich prompt widersetzt. (Die meisten von euch wissen wahrscheinlich, dass mein Körper, sobald er nicht in Bewegung ist und mit Zusatz der magischen Wirkung von Verkehrsmitteln, in den Schlafzustand verfällt.) Gestraft wurde ich dafür durch die unbefestigten Straßen, die mir direkt einen blauen Fleck an der Schulter beschert haben, die ständig gegen die Fensterverkleidung geschaukelt wurde. Aufgewacht bin ich dafür bei sehr schönem Blick auf Steinformationen, die durch das Wetter im Vulkangestein entstanden sind.

Steinformationen bei Cumbe Mayo

Cumbe Mayo wurde vor 3000 Jahren genutzt, um mit den Göttern zu kommunizieren und deren Gunst durch Opfergaben zu erlangen, um die Regenzeit einzuleiten. Gut erhalten sind dort einige Hieroglyphen im Gestein in Schutzhöhlen der Menschen.

Wandmalereien

Auch die Opferstätte ist heutzutage noch gut ersichtlich. Diese besteht aus einem riesigen, rund geschlagenen, flachen Stein als Opfertisch und einem darunterliegenden schmalen Kanal, in dem das Blut abfließen sollte. Diese Rinne wurde bereits 1000 v. Chr. mit Werkzeug aus Quartz in den Fels geschlagen und erstreckte sich 9 Kilometer bis hinunter nach Cajamarca. Heutzutage sind davon noch 850 Meter erhalten – der Rest wurde beim Straßenbau zerstört.

Opferstein (links) und Kanal

Während viele der peruanischen Touris ständig damit beschäftigt waren, Fotos mit jedem einzelnen der Steine aus jedem Winkel zu machen, konnten Kathi und ich sehr viele Informationen von unserem Guide José erfragen. Dieser konnte alles, was uns interessiert hat, zufriedenstellend beantworten und sehr viel interessantes über Cumbe Mayo und die Kultur erzählen, so dass sich die geführte Tour absolut gelohnt hat.

Aguas Termales de Yumagual

Während allen Tourist:innen in Cajamarca ein Besuch der Thermalquellen der Baños del Inca empfohlen wird, sind wir einem Geheimtipp zu den Aguas Termales de Yumagual gefolgt. Diese liegen südlich von Cajamarca und sind innerhalb von 45 Minuten mit dem öffentlichen Bus und etwas Fußweg erreichbar. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden heißen Quellorten liegt darin, dass das Thermalwasser der Baños del Inca in gemauerten Becken geleitet wurde, während die Wasserfälle und Becken bei Yumagual in ihrem natürlichen Zustand belassen wurden. Außerdem waren wir dort den ganzen Tag über alleine.

Das unterste Becken der Aguas Termales de Yumagual

Das Wasser kam aus verschiedenen Stellen im Fels und jede Strömung hatte eine andere Temperatur von sehr heiß bis Badewannenremperatur. Der Geruch nach Schwefel und anderen Mineralien hat das entspannende Erlebnis noch zusätzlich verstärkt. Ohne es zu merken, haben wir dadurch ganze zwei Stunden in dem heißen Becken verbracht und dem Wasserfall gelauscht, die warmen Dämpfe eingeatmet und die Strömungen auf unserem Körper gefühlt.

Ausgiebiges Baden im Thermalwasser

Auf unserer Heimfahrt kam ein Gewitter mit starkem Regen, das bis zu unserer Rückkehr in die Stadt zum Glück vorüber war. Sichtbar waren die starken Niederschläge nur noch auf den Straßen und in der „Kanalisation“.

Kanalisation in Cajamarca
Werbung

Ein Kommentar zu “Cajamarca

  1. Hallo liebe Celia

    Vielen Dank für deinen interessanten Bericht.
    Wie bereits gesagt, ich finde es toll was ihr macht.
    Deine Bemerkung in Bezug auf Schlaf scheint wohl in
    der Barthmes Familie zu liegen. Ich kann zu jeder Zeit
    und überall in einen erfrischenden Kurzschlaf verfallen.
    So z.B.auch beim Zahnarzt sofern evtl. Schmerz betäubt
    wurde. Meine Mutter, Schwester von deinem Urgroßvater
    Gustav, Bruder von deiner Großmutter Ingeborg (wie alt
    wir schon sind, aber noch rüstig…) schlief jeden Nachmittag
    10 Minuten und wurde fast 100 Jahre alt.
    Laßt es euch weiterhin gut gehen und kommt gesund zu
    Dagmar in Bolivien. Wir werden sie u.U. nächstes Jahr besuchen.
    Tory, Tochter von Kim ( meiner Frau, vielleicht erinnerst du dich
    noch vom Familientreffen, das deine Großmutter so erfolgreich
    organisiert hat) hat einen chilenischen Mann und Hochzeitsfeier
    soll noch nächstes Jahr in Chile nachgeholt werden.
    Nun Kim und ich wollen dann eben die Zeit entsprechen mit
    Reisen auf deinen Spuren nachholen.
    Liebe Grüße
    Rolfonkel
    oder just Rolf as we say here in down under

    Rolf Blickling
    Managing Director
    Banalasta and Blickling Estate
    M: +61 409 667 959

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: